Bild & Wahrnehmung

Absicherung automatisierter Fahrfunktionen

Du weist nach, dass eine Fahrfunktion sicher genug ist, bevor sie auf die Straße darf – mit Szenarien, Simulation und sehr viel Messdaten.

Praktikumsdauer
6 Monate
Im Praktikum
1.750 €
Berufseinstieg
5.100 €
Studium
Fahrzeugtechnik, Informatik, Elektrotechnik (B.Sc./M.Sc.)

Das machst du im Praktikum

  • Szenarienkataloge aufbauen und pflegen
  • Fahrfunktionen in der Simulation durchfahren
  • Messdaten aus Testfahrten auswerten
  • Auffällige Situationen suchen und einordnen
  • Nachweise nachvollziehbar dokumentieren

Vom Praktikum bis zum Einstieg

So viel bekommst du als Absicherung automatisierter Fahrfunktionen auf den einzelnen Stufen – brutto im Monat.

Praktikum 1.750 € / Monat

entspricht 21.000 € im Jahr

Berufseinstieg 5.100 € / Monat

entspricht 61.200 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

5.600–7.100 €

Orientierungswerte aus Stellenanzeigen und Gehaltsportalen. Für KI-Rollen gibt es keine amtliche Vergütungserhebung – sie sind keine anerkannten Ausbildungsberufe. Unternehmensgröße, Branche und Standort machen den größten Unterschied.

Was macht ein Ingenieur für die Absicherung automatisierter Fahrfunktionen?

Du beantwortest die Frage, die vor jeder Freigabe steht: Ist diese Fahrfunktion sicher genug für den öffentlichen Verkehr? Gemeint sind Assistenz- und Automatisierungsfunktionen – Spurhaltung, Notbremsung, automatisiertes Fahren auf der Autobahn. Der Nachweis besteht nicht aus einem einzelnen Test, sondern aus einer Kette von Belegen, die zusammen ein Bild ergeben.

Ein klassisches Bauteil lässt sich prüfen, indem man seine Anforderungen durchgeht: Jede Anforderung bekommt einen Test, alle Tests bestehen, das Bauteil ist abgenommen. Bei einer lernenden Funktion geht das so nicht. Sie hat keine vollständig aufgeschriebene Spezifikation für jede Situation, ihr Verhalten ergibt sich aus Trainingsdaten, und schon eine kleine Änderung an der Umgebung kann es verschieben. Dazu kommt, dass die Wirklichkeit unendlich viele Situationen hervorbringt und die kritischen darunter selten sind. Man kann sie nicht alle abfahren.

Deshalb arbeitet dieses Feld mit Szenarien. Statt einzelner Testfälle beschreibst du Situationsklassen – ein einscherendes Fahrzeug, ein Fußgänger zwischen parkenden Autos, Gegenlicht in der Kurve – und variierst darin systematisch Geschwindigkeiten, Abstände, Wetter und Sichtverhältnisse. Diese Szenarien werden in der Simulation zu großen Zahlen durchfahren, ergänzt durch Prüfstände und reale Testfahrten. Aus den Messdaten der Testfahrten wiederum entstehen neue Szenarien, weil sie zeigen, was auf der Straße tatsächlich vorkommt.

Ein großer Teil der Arbeit ist damit Datenarbeit: Aufzeichnungen aus vielen Fahrzeugstunden durchsuchen, auffällige Situationen finden, sie einordnen und mit dem erwarteten Verhalten vergleichen. Und ein ebenso großer Teil ist Dokumentation. Ein Nachweis, den niemand nachvollziehen kann, ist kein Nachweis – festgehalten werden muss, welcher Softwarestand unter welchen Bedingungen wie geprüft wurde und warum die gewählten Szenarien als ausreichend gelten. Regulatorische Anforderungen und Normen geben den Rahmen dafür vor; die Arbeit besteht darin, ihn mit belastbaren Belegen zu füllen.

Vom Perception Engineer trennt dich die Rolle im Ablauf: Der baut die Wahrnehmung, du prüfst, was sie leistet, und suchst gezielt nach ihren Grenzen. Näher liegt der AI Evaluation Engineer, der ebenfalls misst und Schwächen sucht – aber meist an Softwareprodukten und ohne den Rahmen aus Fahrzeugentwicklung, Simulation, Erprobung und Freigabeprozess, der diese Rolle prägt.

Was du im Praktikum machst

Häufig eine abgegrenzte Auswertung: Aus aufgezeichneten Testfahrten alle Situationen eines bestimmten Typs herausfiltern und auswerten, wie sich die Funktion darin verhalten hat. Dazu gehört meist ein kleines Werkzeug, das diese Suche wiederholbar macht.

Ein zweiter typischer Auftrag liegt in der Simulation: ein Szenario parametrisieren, es in vielen Varianten durchrechnen lassen und die Ergebnisse so aufbereiten, dass die kritischen Kombinationen sichtbar werden. Anschließend prüfst du auffällige Fälle einzeln nach, denn ein Teil davon sind Fehler im Aufbau und nicht in der Funktion.

Dazu kommt Dokumentationsarbeit, die hier ausdrücklich zur Ingenieurleistung zählt und nicht als Beiwerk gilt.

Was du mitbringen solltest

Programmierkenntnisse in Python, Grundlagen der Fahrzeugtechnik und Freude an großen Messdatenmengen. Kenntnisse in Simulationswerkzeugen oder Datenformaten aus der Fahrzeugerprobung helfen, sind aber erlernbar.

Wichtiger ist die Haltung: Diese Arbeit sucht nach Fehlern in etwas, an dem andere lange gearbeitet haben. Das verlangt Beharrlichkeit und einen sachlichen Ton – und die Bereitschaft, ein Ergebnis so festzuhalten, dass es auch in zwei Jahren noch verständlich ist.

Arbeitgeber sind Fahrzeughersteller, Zulieferer, technische Prüfdienstleister und Ingenieurdienstleister; ein erheblicher Teil der Stellen liegt bei Dienstleistern, die für mehrere Auftraggeber arbeiten.

Was du verdienst

Praktika liegen bei rund 1.750 Euro brutto im Monat. Der Einstieg bewegt sich um 5.100 Euro, mit zwei bis drei Jahren Erfahrung zwischen 5.600 und 7.100 Euro. Es sind Erfahrungswerte, die mit Region und Art des Arbeitgebers schwanken.

Bei Herstellern und großen Zulieferern liegt die Vergütung meist über der bei Ingenieurdienstleistern, dafür kommt man dort oft schneller an anspruchsvolle Aufgaben.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die funktionale Sicherheit – ein eigenes Fachgebiet mit guten Aussichten, weil wenige Leute Sicherheitsdenken und Maschinelles Lernen zugleich beherrschen. Ein anderer führt in die Testmethodik und den Bau der Werkzeuge, mit denen andere absichern. Und wer koordiniert, übernimmt die Leitung eines Absicherungsbereichs.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Systematik
  • • Sorgfalt bei Sicherheitsfragen
  • • Ausdauer bei großen Datenmengen
  • • sauberes Dokumentieren

Studium & Vorwissen

  • • Fahrzeugtechnik
  • • Informatik
  • • Elektrotechnik
  • • Statistik

Ein abgeschlossenes Studium ist für das Praktikum nicht nötig – die meisten Stellen richten sich an Studierende ab dem dritten oder vierten Semester. Wichtiger als die Note sind eigene Projekte, die man zeigen kann.

Wo du arbeitest

  • Fahrzeughersteller
  • Zulieferer
  • technischer Prüfdienstleister
  • Ingenieurdienstleister

Wie es danach weitergeht

  • Senior Absicherungsingenieur
  • Funktionale Sicherheit
  • Testmethodik und Werkzeugentwicklung
  • Leitung Absicherung

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Praktikum als Absicherung automatisierter Fahrfunktionen?

Üblich sind 6 Monate. Pflichtpraktika im Studium sind oft kürzer, freiwillige Praktika und Werkstudentenstellen laufen häufig länger.

Was verdient man als Absicherung automatisierter Fahrfunktionen?

Im Praktikum sind es rund 1.750 Euro brutto im Monat, beim berufseinstieg rund 5.100 Euro. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 5.600 und 7.100 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Üblich ist ein Studium in Richtung Fahrzeugtechnik, Informatik, Elektrotechnik oder Statistik. Ein Abschluss ist für das Praktikum nicht nötig – gefragt sind vor allem Systematik, Sorgfalt bei Sicherheitsfragen, Ausdauer bei großen Datenmengen und sauberes Dokumentieren.

Wie geht es nach dem Praktikum weiter?

Typische Wege sind Senior Absicherungsingenieur, Funktionale Sicherheit, Testmethodik und Werkzeugentwicklung oder Leitung Absicherung. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 5.600 und 7.100 Euro brutto im Monat.

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