Machine Learning

Forecasting Engineer

Du sagst voraus, was nächste Woche gebraucht wird – und lernst dabei, dass ein Feiertag mehr Schaden anrichtet als ein schwaches Modell.

Praktikumsdauer
5 Monate
Im Praktikum
1.650 €
Berufseinstieg
4.800 €
Studium
Statistik, Wirtschaftsmathematik, Informatik (B.Sc./M.Sc.)

Das machst du im Praktikum

  • Zeitreihen aufbereiten und auf Brüche prüfen
  • Prognosemodelle aufbauen und vergleichen
  • Saisonalität, Feiertage und Sondereffekte abbilden
  • Prognosegüte laufend messen und Abweichungen erklären
  • Ergebnisse an Planung, Einkauf oder Disposition übergeben

Vom Praktikum bis zum Einstieg

So viel bekommst du als Forecasting Engineer auf den einzelnen Stufen – brutto im Monat.

Praktikum 1.650 € / Monat

entspricht 19.800 € im Jahr

Berufseinstieg 4.800 € / Monat

entspricht 57.600 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

5.300–6.800 €

Orientierungswerte aus Stellenanzeigen und Gehaltsportalen. Für KI-Rollen gibt es keine amtliche Vergütungserhebung – sie sind keine anerkannten Ausbildungsberufe. Unternehmensgröße, Branche und Standort machen den größten Unterschied.

Was macht ein Forecasting Engineer?

Du beantwortest eine Frage, die in vielen Unternehmen täglich gestellt wird: Wie viel wird es sein? Wie viele Artikel gehen nächste Woche über die Kasse, wie hoch ist die Netzlast am Donnerstagabend, wie viele Sendungen laufen im Dezember durch das Verteilzentrum, wie entwickeln sich die Einkaufspreise im nächsten Quartal. Aus deinen Zahlen werden Bestellungen, Schichtpläne und Kapazitäten – Prognosen sind selten Selbstzweck, sie lösen unmittelbar Entscheidungen aus.

Prognose ist ein eigenes Handwerk, und das wird regelmässig unterschätzt. Zeitreihen haben Eigenschaften, die andere Daten nicht haben. Es gibt mehrere Saisonalitäten gleichzeitig – Tageszeit, Wochentag und Jahreszeit überlagern sich. Es gibt bewegliche Feiertage, die den Kalender jedes Jahr verschieben. Es gibt Sondereffekte, die man kennen muss, um sie herauszurechnen: eine Werbeaktion, ein Lieferausfall, ein Umbau. Und es gibt Kannibalisierung – wenn ein Artikel im Angebot ist, verkauft sich der ähnliche daneben schlechter, ohne dass die Gesamtnachfrage steigt. Wer das nicht abbildet, prognostiziert zwei Artikel einzeln richtig und die Filiale insgesamt falsch.

Auffällig für viele Neueinsteiger: Klassische Verfahren halten sich hier hartnäckig. Exponentielle Glättung, saisonale Regression und verwandte Ansätze bestehen bei kurzen, verrauschten oder sehr zahlreichen Reihen oft gegen deutlich grössere Modelle. Grosse Modelle spielen ihre Stärke dort aus, wo viele Reihen gemeinsam gelernt werden können und externe Einflussgrössen dazukommen. Die Auswahl zwischen beiden Welten ist ein Kernstück der Rolle.

Die Abgrenzung zum Data Scientist: Der arbeitet breiter – Klassifikation, Segmentierung, Ursachenanalyse, wechselnde Fragestellungen. Du arbeitest schmaler und tiefer an einer Datenform, dafür meist an einem System, das täglich oder stündlich neu rechnet und produktiv Entscheidungen speist. Die Prognose ist bei dir kein Projekt, sondern ein Betrieb.

Was du im Praktikum machst

Am Anfang steht fast immer Datenarbeit: fehlende Tage ergänzen, Zeitzonen und Sommerzeit sauber bekommen, Nullen von „keine Nachfrage" und „nicht verfügbar" unterscheiden. Genau dieser Unterschied verdirbt sonst jedes Modell.

Danach baust du eine Vergleichsgrundlage – oft die Vorwoche oder der Vorjahreswert. Alles, was du danach entwickelst, muss besser sein als das. Typische Praktikumsaufgaben sind eine Feiertagslogik, ein Vergleich mehrerer Verfahren über viele Reihen hinweg oder eine Auswertung, die zeigt, wo die bestehende Prognose systematisch danebenliegt.

Ein Teil der Arbeit ist Gespräch. Die Disposition weiss oft genau, warum eine Woche aus der Reihe fiel, und diese Erklärung findest du in keinem Datensatz. Wer diese Hinweise einsammelt und in einen Kalender von Sondereffekten überführt, verbessert die Prognose meist stärker als jeder Modellwechsel.

Gegen Ende steht häufig eine Rückrechnung über vergangene Zeiträume: Du lässt dein Verfahren so laufen, als wäre jeder Stichtag die Gegenwart, und prüfst, ob es damals brauchbar gewesen wäre. Das ist der ehrlichste Test, den es für eine Prognose gibt – und der, bei dem die meisten Ansätze auffällig werden.

Was du mitbringen solltest

Statistik, insbesondere Zeitreihenanalyse, dazu Python mit den gängigen Datenwerkzeugen und sicheres SQL. Ein Gefühl für Fehlermasse ist wichtiger als eine lange Werkzeugliste: Eine prozentuale Abweichung ist bei kleinen Mengen irreführend, ein Mittelwert über alle Reihen verdeckt genau die Artikel, bei denen es teuer wird.

Dazu kommt Interesse am Fachbereich. Wer nicht versteht, wie ein Lager nachbestellt oder ein Kraftwerk gefahren wird, prognostiziert an der Entscheidung vorbei.

Was du verdienst

Praktika liegen bei rund 1.650 Euro brutto im Monat. Der Einstieg bewegt sich um 4.800 Euro, mit zwei bis drei Jahren Erfahrung zwischen 5.300 und 6.800 Euro. Das sind Erfahrungswerte und keine Zusagen; Handel und Logistik zahlen eher am unteren Rand, Energie und Industrie eher darüber.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Breite Richtung Data Science, ein zweiter tiefer in die Lieferkette, wo Prognose und Bestandsoptimierung zusammenwachsen. Wer die Fachseite mag, geht in die Leitung der Absatz- oder Bedarfsplanung – dort entscheidet sich, was mit deinen Zahlen tatsächlich geschieht.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Statistisches Gespür
  • • Sorgfalt bei Datenbrüchen
  • • Verständnis für den Fachbereich
  • • Beharrlichkeit bei der Fehlersuche

Studium & Vorwissen

  • • Statistik
  • • Zeitreihenanalyse
  • • Ökonometrie
  • • Maschinelles Lernen

Ein abgeschlossenes Studium ist für das Praktikum nicht nötig – die meisten Stellen richten sich an Studierende ab dem dritten oder vierten Semester. Wichtiger als die Note sind eigene Projekte, die man zeigen kann.

Wo du arbeitest

  • Handel und E-Commerce
  • Energieversorgung
  • Logistik
  • Produktionsplanung

Wie es danach weitergeht

  • Senior Forecasting Engineer
  • Data Scientist
  • Leitung Absatzplanung
  • Supply-Chain-Analytik

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Praktikum als Forecasting Engineer?

Üblich sind 5 Monate. Pflichtpraktika im Studium sind oft kürzer, freiwillige Praktika und Werkstudentenstellen laufen häufig länger.

Was verdient man als Forecasting Engineer?

Im Praktikum sind es rund 1.650 Euro brutto im Monat, beim berufseinstieg rund 4.800 Euro. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 5.300 und 6.800 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Üblich ist ein Studium in Richtung Statistik, Zeitreihenanalyse, Ökonometrie oder Maschinelles Lernen. Ein Abschluss ist für das Praktikum nicht nötig – gefragt sind vor allem Statistisches Gespür, Sorgfalt bei Datenbrüchen, Verständnis für den Fachbereich und Beharrlichkeit bei der Fehlersuche.

Wie geht es nach dem Praktikum weiter?

Typische Wege sind Senior Forecasting Engineer, Data Scientist, Leitung Absatzplanung oder Supply-Chain-Analytik. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 5.300 und 6.800 Euro brutto im Monat.

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