Machine Learning

Applied Scientist

Du entwickelst Verfahren, für die es noch keine fertige Bibliothek gibt – und lieferst sie so ab, dass ein Produktteam damit weiterarbeiten kann.

Praktikumsdauer
6 Monate
Im Praktikum
1.800 €
Berufseinstieg
5.400 €
Studium
Informatik, Mathematik, Statistik, Physik (M.Sc. oder Promotion)

Das machst du im Praktikum

  • Stand der Technik sichten und auf das eigene Problem übertragen
  • Verfahren nachbauen und gegen eine Vergleichsgrundlage prüfen
  • Experimente planen, auswerten und dokumentieren
  • Methoden mit dem Produktteam in die Auslieferung bringen
  • Ergebnisse intern vortragen, gelegentlich veröffentlichen

Vom Praktikum bis zum Einstieg

So viel bekommst du als Applied Scientist auf den einzelnen Stufen – brutto im Monat.

Praktikum 1.800 € / Monat

entspricht 21.600 € im Jahr

Berufseinstieg 5.400 € / Monat

entspricht 64.800 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

6.000–7.800 €

Orientierungswerte aus Stellenanzeigen und Gehaltsportalen. Für KI-Rollen gibt es keine amtliche Vergütungserhebung – sie sind keine anerkannten Ausbildungsberufe. Unternehmensgröße, Branche und Standort machen den größten Unterschied.

Was macht ein Applied Scientist?

Du entwickelst Verfahren, die in ein Produkt gehen. Das ist der Kern der Rolle und zugleich ihr Unterschied zu einer reinen Forschungsstelle: Am Ende steht nicht die Veröffentlichung, sondern eine Funktion, die jemand benutzt. Veröffentlicht wird trotzdem gelegentlich – viele Teams geben Ergebnisse frei, wenn sie allgemein genug sind. Der Anteil daran ist aber kleiner, als der Titel vermuten lässt.

Die Fragen, die bei dir landen, haben keine fertige Antwort in einer Bibliothek. Wie ordnet man Suchergebnisse, wenn die Klickdaten systematisch verzerrt sind? Wie erkennt man Betrugsmuster, die sich alle paar Wochen ändern? Wie misst man überhaupt, ob eine neue Methode besser ist als die bestehende – und zwar so, dass die Zahl auch im Betrieb noch gilt? Du liest den Stand der Technik, wählst zwei oder drei Ansätze aus, baust sie nach und prüfst sie an den echten Daten des Hauses.

Die Abgrenzung nach zwei Seiten ist der schnellste Weg, die Rolle zu verstehen. Der KI Research Engineer sitzt näher an der Forschung: längere Zeiträume, offenere Fragen, Veröffentlichungen als erklärtes Ziel, seltener ein Auslieferungstermin. Der Machine Learning Engineer sitzt näher am Betrieb: Er nimmt ein Verfahren, das sich bewährt hat, und macht daraus ein System, das zuverlässig läuft, skaliert und überwacht wird. Du liegst dazwischen und musst beide Sprachen sprechen – die des Fachaufsatzes und die des Produktteams.

Der Titel selbst ist vor allem bei grossen Technologieunternehmen verbreitet und wandert von dort langsam in andere Häuser. Wo er auftaucht, ist meist eine Promotion oder ein sehr starker Master gemeint.

Was du im Praktikum machst

Du bekommst in der Regel eine abgegrenzte Frage, die im Team schon länger offen ist, aber niemandem als Tagesgeschäft zugewiesen wurde. Der erste Teil ist Lesen: Was gibt es dazu, was davon passt auf die eigene Datenlage, was ist nur auf Testdatensätzen gut.

Der zweite Teil ist eine ehrliche Vergleichsgrundlage. Bevor du eine neue Methode baust, brauchst du eine einfache, die du schlagen musst – oft ist genau diese einfache Lösung der überraschend starke Gegner. Danach folgen Experimente, und die dokumentierst du so, dass jemand anderes sie in einem halben Jahr nachvollziehen kann.

Häufig wird daraus eine Abschlussarbeit. Ebenso häufig ist das Ergebnis: Der Ansatz trägt nicht. Das ist kein gescheitertes Praktikum, sondern ein brauchbares Resultat, wenn du sauber zeigen kannst, warum.

Was du mitbringen solltest

Mathematik auf Arbeitsniveau, also Wahrscheinlichkeitsrechnung, lineare Algebra und Optimierung, dazu solide Programmierung in Python und Erfahrung mit einem der gängigen Deep-Learning-Rahmenwerke. Englische Fachliteratur musst du zügig lesen können, nicht nur die Zusammenfassung.

Wichtiger als jede einzelne Fähigkeit ist die Haltung beim Messen. Wer Verfahren vergleicht, kann sich selbst in fast jede gewünschte Richtung täuschen: falsch aufgeteilte Daten, eine nachträglich gewählte Metrik, ein Testlauf, den man solange wiederholt, bis er passt. Ein guter Applied Scientist erkennt diese Fallen im eigenen Aufbau, bevor sie jemand anderes findet.

Dazu kommt Ausdauer. Zwischen einer Idee und einem belastbaren Ergebnis liegen Wochen, in denen nichts vorzeigbar ist.

Was du verdienst

Praktika liegen bei rund 1.800 Euro brutto im Monat und damit am oberen Rand des Katalogs. Der Einstieg bewegt sich um 5.400 Euro, mit zwei bis drei Jahren Erfahrung zwischen 6.000 und 7.800 Euro. Alle Angaben sind Erfahrungswerte und schwanken deutlich mit Standort, Branche und Abschluss.

Das hohe Niveau hat zwei Gründe: die formale Hürde durch die häufig erwartete Promotion und die Tatsache, dass nur wenige Häuser Methodenentwicklung überhaupt selbst betreiben.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt tiefer in die Methodik bis zur fachlichen Leitung eines Forschungsbereichs. Ein zweiter führt in die Produktnähe: Wer merkt, dass ihm der Betrieb mehr liegt als das Experiment, wechselt Richtung Machine Learning Engineering. Der dritte Weg geht zurück in die Wissenschaft – der Übergang ist in beide Richtungen offener als in den meisten anderen Rollen.

Das solltest du mitbringen

Stärken

  • • Mathematisches Verständnis
  • • Geduld mit Sackgassen
  • • sauberes Experimentieren
  • • Übersetzen zwischen Forschung und Produkt

Studium & Vorwissen

  • • Maschinelles Lernen
  • • Wahrscheinlichkeitsrechnung
  • • Optimierung
  • • Statistik

Ein abgeschlossenes Studium ist für das Praktikum nicht nötig – die meisten Stellen richten sich an Studierende ab dem dritten oder vierten Semester. Wichtiger als die Note sind eigene Projekte, die man zeigen kann.

Wo du arbeitest

  • Forschungsnahe Produktteams
  • grosse Technologieunternehmen
  • Konzernforschung
  • KI-Startups mit eigenem Verfahren

Wie es danach weitergeht

  • Senior Applied Scientist
  • Research Lead
  • Machine Learning Engineer
  • Fachliche Leitung eines Forschungsbereichs

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Praktikum als Applied Scientist?

Üblich sind 6 Monate. Pflichtpraktika im Studium sind oft kürzer, freiwillige Praktika und Werkstudentenstellen laufen häufig länger.

Was verdient man als Applied Scientist?

Im Praktikum sind es rund 1.800 Euro brutto im Monat, beim berufseinstieg rund 5.400 Euro. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 6.000 und 7.800 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Üblich ist ein Studium in Richtung Maschinelles Lernen, Wahrscheinlichkeitsrechnung, Optimierung oder Statistik. Ein Abschluss ist für das Praktikum nicht nötig – gefragt sind vor allem Mathematisches Verständnis, Geduld mit Sackgassen, sauberes Experimentieren und Übersetzen zwischen Forschung und Produkt.

Wie geht es nach dem Praktikum weiter?

Typische Wege sind Senior Applied Scientist, Research Lead, Machine Learning Engineer oder Fachliche Leitung eines Forschungsbereichs. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 6.000 und 7.800 Euro brutto im Monat.

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